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Methoden zur Kabelquerschnittsbestimmung

Zwei Methoden, Ein Ziel

Elektrische Leiter müssen richtig dimensioniert werden, um den erforderlichen Strom sicher zu transportieren und gleichzeitig eine akzeptable Spannung an der Last aufrechtzuerhalten. Zwei Hauptmethoden bestimmen die Auswahl des Leiterquerschnitts: Strombelastbarkeit (Ampazität) und Spannungsabfall. Zu verstehen, wann jede Methode das Design bestimmt, ist wesentlich für die Erstellung effizienter, normkonformer und wirtschaftlicher elektrischer Systeme. Dieser Leitfaden erklärt beide Methoden und bietet praktische Anleitung für professionelle Elektroplanung.

In vielen Installationen, besonders solchen mit kurzen Leiterlängen, bestimmen die Anforderungen an die Strombelastbarkeit den minimalen Kabelquerschnitt. Jedoch erfordert bei langen Stromkreisen oder Stromkreisen mit strengen Spannungstoleranzen der Spannungsabfall oft größere Leiter als allein durch die Strombelastbarkeit erforderlich. Professionelle Planer müssen beide Kriterien prüfen und den größeren Querschnitt verwenden.

Dimensionierung nach Strombelastbarkeit

Die Strombelastbarkeit ist der maximale Strom, den ein Leiter kontinuierlich tragen kann, ohne seine Temperaturklasse zu überschreiten. NEC Artikel 310 bietet Strombelastbarkeitstabellen basierend auf Leiterquerschnitt, Isolationstyp, Installationsmethode und Umgebungstemperatur. Diese Methode stellt sicher, dass der Leiter nicht überhitzt und ist eine obligatorische Normanforderung.

NEC Strombelastbarkeitstabelle 310.16 (Auszug)

Querschnitt (AWG)60°C75°C90°C
1415A20A25A
1220A25A30A
1030A35A40A
840A50A55A
655A65A75A

Dimensionierung nach Spannungsabfall

Die Dimensionierung nach Spannungsabfall stellt sicher, dass die Last ausreichend Spannung für den ordnungsgemäßen Betrieb erhält. Obwohl dies keine obligatorische NEC-Anforderung ist (es ist ein informativer Hinweis), sind Spannungsabfallgrenzen kritisch für die Geräteleistung und Energieeffizienz. Bei langen Strecken erfordert der Spannungsabfall oft größere Leiter als allein durch die Strombelastbarkeit erforderlich.

Wann Strombelastbarkeit bestimmt

  • • Kurze Leiterstrecken (typisch unter 15 Meter)
  • • Hoher Strom, kurze Entfernung
  • • Hochtemperaturumgebungen
  • • Mehrere Leiter in Rohr

Wann Spannungsabfall bestimmt

  • • Lange Leiterstrecken (über 30 Meter)
  • • Einspeisungen zu entfernten Unterverteilungen
  • • Stromkreise für empfindliche Geräte
  • • Niederspannungssysteme (12V, 24V)

Designprozess

  1. 1
    Laststrom bestimmen — erwarteten Strom basierend auf Lastcharakteristiken berechnen und erforderliche Faktoren anwenden (Dauerlastmultiplikator usw.)
  2. 2
    Nach Strombelastbarkeit auswählen — minimalen Kabelquerschnitt wählen, der ausreichende Belastbarkeit gemäß NEC Tabelle 310.16 bietet, einschließlich Reduktionsfaktoren
  3. 3
    Spannungsabfall berechnen — mit dem nach Belastbarkeit gewählten Leiter den erwarteten Spannungsabfall in Prozent berechnen
  4. 4
    Bei Bedarf Querschnitt erhöhen — wenn Spannungsabfall Grenzwerte überschreitet, Leiterquerschnitt erhöhen bis Anforderungen erfüllt
  5. 5
    Beides dokumentieren — bestimmenden Faktor in der Projektdokumentation festhalten

Wählen Sie Ihren Leiterquerschnitt

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